Rente

Gutes Leben im Alter ist möglich

Die gesetzliche Rente stärken

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Seit einiger Zeit diskutiert die Politik wieder über die Zukunft der Rente. Viele Beschäftigte verfolgen die Debatte mit großer Aufmerksamkeit: Schließlich geht es um die Wahrung ihres Lebensstandards im Alter und die Verhinderung von Altersarmut. Die soziale Absicherung des Alters war einmal eine große Errungenschaft unseres Sozialstaats.
Im 21. Jahrhundert droht dieser soziale Fortschritt unter die Räder zu kommen. In einem der reichsten Länder der Welt steht die Rückkehr der Altersarmut bevor. „Das deutsche Rentensystem setzt zukünftig wieder in steigendem Maße vor allem Geringverdiener, Arbeitslose, Leistungs- und
Erwerbsgeminderte einer Altersarmut aus, die zu beseitigen sich diese Republik einst als eines ihrer wichtigsten Ziele auf die Fahnen geschrieben hatte.“ Ottmar Schreiner, SPD-Sozialpolitiker (1946-2013)

Droht Millionen Menschen Altersarmut? Über eine Million ältere oder rwerbsgeminderte Menschen sind heute auf Grundsicherung angewiesen, da ihre Rente nicht zum Leben reicht. Die Hälfte ist über 65 Jahre, der Großteil davon sind Frauen. Die andere Hälfte sind Menschen, die voll und dauerhaft
erwerbsgemindert sind. Allerdings beziehen nur drei Prozent der über 65-Jährigen Grundsicherung. Rentnerinnen und Rentner sind also deutlich weniger von Armut betroffen als der Rest der Bevölkerung.

Armut im Alter wird aber zukünftig kein Randphänomen bleiben. Bereits heute wächst die Altersarmut – von niedrigem Niveau ausgehend – mit hohem Tempo. Wenn wir heute nicht gegensteuern, wird Altersarmut zu einem großen sozialen Problem. So hat sich die Zahl der Empfängerinnen
und Empfänger von Grundsicherung im Alter in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Hinzu kommt, dass nur zwei von drei Anspruchsberechtigen
überhaupt Grundsicherung im Alter beziehen. Darüber hinaus wächst das Armutsrisiko bei Erwerbsminderung. Die Zahl der Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherung bei Erwerbsminderung hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. Das Altersarmutsrisiko ist für bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders hoch. Im deutschen Rentensystem bestimmt die Erwerbsbiografie maßgeblich die Höhe der gesetzlichen Rente.
Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Frauen, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte, prekär Selbststständige, Erwerbsgeminderte und Migranten stark altersarmutsgefährdet sind. Jede sechste Frau, jeder vierte Geringqualifizierte und jeder dritte Migrant über 65 Jahre sind armutsgefährdet.

Altersarmut trifft auch die Mitte der Gesellschaft. Die Standardrente – monatliche Regelaltersrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst – liegt heute im Westen der Republik bei 1370 Euro (Ost: 1290 Euro). Ihr Anteil am durchschnittlichen Jahresarbeitsentgelt sinkt.
Das so genannte Rentenniveau fällt von 52,9 Prozent (2000) auf 43 Prozent (2030). Dadurch wird die Altersversorgung regulär beschäftigter
Fachkräfte gefährdet. Wer monatlich 2500 Euro brutto hat, muss heute mehr als 34 Jahre in die Rentenkasse einzahlen, um später nicht auf dem Sozialamt zu landen. Bei einem Rentenniveau von 43 Prozent müsste derselbe Arbeitnehmer 38 Jahre sozialversichert arbeiten, um später nicht
auf Grundsicherung angewiesen zu sein. Da jeder zweite sozialversicherte Beschäftigte weniger als 2500 Euro erhält, droht Millionen
Menschen eine magere Rente.

Was sich in der Rentenpolitik ändern muss, damit die Altersarmut nicht zunimmt, zeigt ver.di in der Broschüre "Gutes Leben im Alterist möglich" auf.

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Mehr zum Thema steht auch unter www.wipo.verdi.de