Tarifrunde öD 2018

Überaus hohe Beteiligung in Bayern

Tarife/ÖD

2. Warnstreikwelle

Etwa 9.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in dieser und der letzten Woche an den von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ausgerufenen Warnstreiks teilgenommen. Damit liegt die Teilnehmerzahl weit über den Planungen für die 2. Warnstreikwelle. „Die Kolleginnen und Kollegen haben mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie von der Hinhaltetaktik der Arbeitgeber bei den bisherigen Verhandlungen halten“, erklärten die Tarifkoordinatoren von ver.di Bayern, Norbert Flach und Peter Hoffmann.

Die Arbeitsniederlegungen fanden seit dem 15. März auf alle Tage verteilt in fast allen bayerischen Regionen statt. Schwerpunkte waren in dieser Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Allein in München beteiligten sich gestern 3.000 Beschäftigte an einer Menschenkette rund um die Geschäftsstelle des Kommunalen Arbeitgeberverbandes. Bayernweit betroffen von den Arbeitsniederlegungen waren Dienststellen der Kommunen (wie u.a. die Stadtreinigung, Müllabfuhr, Theater, Ämter, Bauhöfe und die kommunale Verkehrsüberwachung), aber auch Kliniken, Sparkassen, Stadtwerke, Einrichtungen der Bundeswehr, Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter des Bundes, Betreuungseinrichtungen für Menschen mit Behinderung, die Deutsche Rentenversicherung sowie erstmals auch städtische Kitas und zahlreiche weitere Dienststellen der Kommunen und des Bundes.

In den Osterferien wird es nur vereinzelt zu Arbeitsniederlegungen kommen. So findet am 27.03. eine Demonstration mit Kundgebung in Aschaffenburg statt. „Wir werden die Warnstreiks in den Ferien herunterfahren. Vor der 3. Verhandlungsrunde am 15./16.April in Potsdam ist aber mit weiteren, noch verstärkten Arbeitsniederlegungen zu rechnen“, so Norbert Flach und Peter Hoffmann.

 

Die Beschäftigten der Bauhöfe der Gemeinde Schwaig und der Stadt Röthenbach a.d.Pegnitz legten am 23. März  die Arbeit nieder. Die Streikversammlung fand am Bauhof der Stadt Röthenbach statt. „Für einen Mindestbetrag der den unteren Entgeltgruppen zu Gute kommt, müssen wir auch für eine längere Auseinandersetzung bereit sein“, so der zuständige ver.di-Sekretär Frank Bess. „In Röthenbach und Schwaig sind die Arbeiterinnen und Arbeiter bereit. Jetzt geht es darum, auch die Beschäftigten in den Verwaltungen zu bewegen. Die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger werden unerfreulich, aber bei weiterer Dickköpfigkeit der Arbeitgeber leider unvermeidlich“, so Bess weiter. Die Gewerkschaft ver.di fordert Entgeltsteigerungen von 6 Prozent mindestens 200 € für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen.