Rente

Massive Kritik an CSU-Chef Seehofer

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Kritik an Seehofer

Flyer zur Rentenkampagne ver.di/Foto: D. Prusseit Rente muss reichen

Bei einer bayernweiten Fachtagung von ver.di-VertreterInnen der Zivilbeschäftigten der Stationierungsstreitkräfte wurde massive Kritik am Rentenkurs der von Horst Seehofer geführten CSU geübt. „Wer die notwendige Diskussion als Verunsicherung geißelt, ist von den Menschen, die es betrifft, ganz weit weg. Herr Seehofer muss sich den Wahrheiten stellen und sollte nicht die, die das Thema offensiv angehen, aus wahltaktischen Gründen angreifen. Den Menschen wird nur durch langfristige Konzepte geholfen werden, die Altersarmut zu verhindern. Da wäre er als CSU-Vorsitzender besonders gefordert“, erklärte der stellvertretende Landesbezirksvorsitzende von ver.di Bayern, Norbert Flach. 

Zuvor hatte der Rentenexperte des DGB Bayern, Peter Hofmann, in der Diskussion mit den ver.di-Vertretern erläutert, dass auch in Bayern dringender Handlungsbedarf bestehe: „Arbeitslosigkeit, Krankheit und niedrige Einkommen führen bei immer mehr Menschen zu Renten, die in vielen Regionen nicht für ein Leben in Würde reichen – sogar in Bayern.“ 

In einer Diskussion mit dem Landesfachgruppenvorstand Stationierungsstreitkräfte bei ver.di Bayern informierten sich die Ehrenamtlichen über die verschiedenen Rentenarten, die Erwerbsminderungsrenten und die große Rolle einer rechtzeitigen Kontenklärung bei der Rentenversicherung. „Beschäftigte mit wechselnden Arbeitgebern oder Zeiten im Ausland sollten immer wieder darauf achten, dass ihre Erwerbsbiographie bei der Rentenversicherung richtig hinterlegt ist, solange fehlende Unterlagen noch problemlos beigebracht werden können. Sonst macht sich dies am Ende in einer zu niedrigen Rente bemerkbar“, bemerkte der Vorsitzende der Landesfachgruppe, Wolfgang Dagner.

„Rentenexperten rechnen in Generationen – nicht wie Politiker im zeitlichen Horizont von Legislaturperioden“, erklärte Norbert Flach in Bezug auf die aktuelle Koalitionsdebatte. Eine sichere Rente nur bis 2025 sei keine ausreichende Perspektive für viele Menschen. Diese kurzsichtige Betrachtungsweise fördere eher die Auseinandersetzung zwischen den Generationen. „Eine sichere Rente spart Sozialleistungen im Alter. Deshalb ist es richtig, die Rentenversicherung auch über staatliche Zuschüsse abzusichern, zumal die Rentenkassen in den vergangenen Jahren mit versicherungsfremden Leistungen (beispielsweise durch die Mütterrente oder die Ost-West-Angleichung) belastet wurden“, erklärte Flach.